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MAYAPUR UND JAIPUR
 

Hallo,

das Jahr neigt sich dem Ende zu, der Monsun wird langsam schwächer und viele meiner Anziehsachen habe durch die hohe Feuchtigkeit jetzt kleine schwarze Schimmelpunkte bekommen. Da mein Vater im Juli und August auch nach Indien gekommen war, hatte ich beschlossen, ihn und Familie ein bisschen zu begleiten und später nochmal meine gesamte indische Familie in Jaipur zu besuchen. Gesagt getan. Auf mich kam somit, da sich Mayapur in West-Bengalen befindent, wieder mal eine lange Zugfahrt zu. Knappe drei Tage später erreichte ich Kalkutta von wo ich, nach einem Zwischenstop bei entfernten Verwandten, nach Mayapur fuhr.

Mayapur ist eine der wichtigen heiligen Städten des Hinduismus, vor allem für Leute die dem Gaudiya Vaishnavism folgen. Hier wird viel Wert darauf gelegt ein "spirituelles" Leben zu führen und einige Grundregeln, wie z.B. kein Alkohol oder Fleisch zu sich nehmen, zu befolgen. Für mich, der ja eher weniger spirituell veranlagt ist, war es trotzdem eine interessante Erfahrung, da spirituell sein hier eine weitaus größeren Umfang hat außer beten und Mantras singen. Wie im Christentum sind die Nächstenliebe aber auch der nachhaltige Umgang mit der Natur und Lebewesen eine der zentralen Punkte. Als höchster Gott wird übrigens Lord Krishna, die Inkarnation Vishnus, angesehen. Das im Westen bekannte Mantra "Hare Krishna" steht auch im Mittelpunkt dieser hinduistischen Bewegung.

Weiter ging es von Mayapur in die an der Ostküste gelegene Hauptstadt Bhubaneshwar des indischen Bundesstaates Orissa. Hier verfiel ich in einen etwas größeren Konflikt, da im Haupttempel nur Hindus Zulass haben, bzw alle die in das Schema F Inder sein reinpassen. Ich durfte, auch nach langer Diskussion, dann nicht in den Tempel (aussehen, und Hindikenntnisse waren ausschlaggebend) was mich nach guten 11 Monaten in Indien als Halbinder irgendwie doch schon traf. Das Gefühl draußen zu warten, auch wenn es nur ein weiterer von hundert Tempeln war, war zermürbend.

Nach einer Nacht in Bhubaneshwar machten wir uns dann jedenfalls auf nach Puri, das jedes Jahr Schauplatz für die "Rath Yatra", dem Wagenfest, wird. Ganz grob gesagt werden dort die Götterstatuen auf riesige Holzwagen gestellt und von Devotees durch die Stadt gezogen. Dabei sind die Wagen wild geschmückt und die Gottheiten mit kiloweise Gold behängt. Was rauskommt ist ein indisches Spektakel mit mehreren hunderttausend Leuten.

Die letzte Woche war ich dann nochmal in Jaipur bei meiner indischen Familie, was beim zweiten Mal jetzt weitaus entspannter war. Ich kannte mich mit den Verwandtschaftsgraden aus, wusste wem man aus Respekt die Füße berührt und konnte auch ein bisschen besser in Hindi kommunizieren. So verliefen die Tage recht amüsant und locker. Das mit der indischen Hochzeit wurde dann auch noch ein bisschen verschoben...


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