Sie sind hier: Berichte Nordindien-Trip, Teil 1  
 BERICHTE
Abschlussbericht
Independence Day und letzter Schultag
Mayapur und Jaipur
Geschichten aus der Schule
TEDx Kundapur und Hochzeit
Nordindien-Trip, Teil 3
Nordindien-Trip, Teil 2
Nordindien-Trip, Teil 1
Letzter Schultag vor den Ferien
Bombay
Neues Zimmer-Neues Fahrrad-Neue Art zu Feiern
Ravi lernt seine indische Familie kennen
Schulausflug
Ein typischer Tag (3 Monatsbericht)
Wie lebt man eigentlich in...
Südindien-Trip
Tent School und Faber-Castell Kinderfonds
Die erste Woche im Projekt
Orientation Week
Durch den Monsun
Anreise
1 Woche bis Abflug
Vorbereitung in Deutschland

NORDINDIEN-TRIP, TEIL 1
 

Nordindienreise:
Erste Station: Hyderabad, Andhra Pradesh (4 Tage)

Endlich Ferien. Auch wenn unterrichten Spaß macht, freut man sich dennoch genau so, wie die Schüler, endlich auf die Ferien. Also beschließen Thomas, Jenny und ich ausgiebig die Zeit zu nutzen, um den Norden und Osten Indiens zu erkunden. Unseren ersten Stop, auf dem Weg in den Norden, machen wir in Hyderabad. Es ist stark muslimisch geprägt, sehr voll und
es gibt viel Verkehr und Kontraste. Frauen in Burka laufen durch die, mit Rikshas überlaufene, Altstadt und der Geruch von "Chicken Biriyani" dringt durch die Gassen. Frauen in Jeans und ID-Card um den Hals laufen, ihr Java-Script Buch unterm Arm, durch "Cyberabad", dem zweitgrößten IT-Zentrum Indiens nach Bangalore. Am letzten Tag in Hyderabad gehen wir in einen Wasserpark, der in der Nähe von Sekunderabad liegt. Ein bisschen Abkühlung bei 41 Grad tut gut, auch wenn die Rutschen relativ gefährlich sind. Das krasseste passiert aber, als auf einmal aus einem Garagentor ein riesiger Boxenturm auftaucht, laute Bollywoodmusik angeht, drei große Sprenkleranlagen angehen und alle Indischen Jugendlichen anfangen wie wild zu tanzen. Durch eine Leine nach Geschlechtern getrennt, was leicht komisch wirkt, gibt es dann eine halbe Stunde lang Musik. Danach Garagentor zu, Sprenkler aus und alles wird wieder normal. Da kann mir keiner was sagen: Die Inder doch sind eine verkappte Partynation.

Zweite Station:
Kalkutta, West Bengalen (4 Tage)

Weiter gehts in die ehemalige Hauptstadt von British India. Mit ihren über 14
Millonen Einwohner ist sie eine faszinierende, sehr volle, arme, aber
kulturell reiche Stadt. Eine wirklich genaue Beschreibung ist, bei
so einer Stadt sehr schwierig, weil man sie eher erlebt und spürt.

Die Überreste britischer Architektur sind noch an vielen Stellen
erkennbar und das Victoria Memorial ist zentral gelegen. Kalkutta,
heute "Kolkata", ist auch der Geburtsort von Rabindranath Tagore,
Indiens bekanntestem Schrifsteller, Nobelpreisträger, und nebenbei
mein "Namensgeber".

In einem Cafe in Kalkutta treffe ich dann zum ersten Mal auch
Einwohner aus dem Königreich Bhutan.

Dritte Station:
Darjeeling, West Bengalen (3 Tage)
(Gorkhaland)

Nach dem schwül-heißen Wetter und Chaos in Kalkutta nehmen wir einen
Nachtzug und fahren nach Darjeeling. Mit einem Jeep geht es dann die
Berge hoch, wo es angeneme 21 Grad sind. Die Alternative ist eine niedliche Schmalspurbahn, die parallel zur Straße verläuft, leider ewig lange braucht und, da die Schienen auf der Straße verlegt sind die einzige Eisenbahn ist, die im Stau stehen kann.
Oben angekommen wirkt alles erstmal etwas langsamer und entspannter in Indiens Teejuwel. Die Bewohner wirken außerdem gebildeter und haben einen guten Geschmack für Mode. Am nächsten Morgen geht es bei Sonnenaufgang zum Tiger Hill, von wo man in der Ferne die Spitze des, im Himalaya gelegenem, Khangchendzonga, (8598m) dem höchsten Berg
Indiens und drittgrößten Berg der Welt erkennt. Alles in allem wirkt Darjeeling, mit seinen mit Tee bewachsenen Berghängen
idyllisch, und durch den Nebel morgens leicht mystisch. Nach langer Recherche und Handeln buchen wir in Darjeeling noch eine Trekkingtour durch die Ausläufer des Himalayas und fahren am nächsten Tag nach Sikkim.

Vierte Station
Trekking: Yukson to Goecha La, Sikkim (8 Tage)

Vier Porter, ein Koch, zwei Yaks, ein Guide, drei Briten und vier
Deutsche.

Wir haben jetzt also wirklich vor im Himalaya-Gebirge wandern zu gehen, und fahren,
gequetscht in einen Jeep, nach Sikkim, dem nördlichen Zipfel Indiens,
der von Nepal, Tibet und dem Königreich Bhutan umgeben ist.

Die Wanderung beginnt recht angenehm und entwickelt sich dann zu
Herausforderung. Schon die Höhe ist ab 4000 Metern anstrengend, da die
Luft dünner wird. Wir kraxeln, angetrieben durch unseren, scheinbar
niemals müde zu kriegenden, Guide weiter die Berge hoch
und die Natur wird karger. Die Nächte sind kalt. Am fünften Tag dann
die Königsettape auf den Goecha La Pass. Nachts um drei Uhr beginnt
die Wanderung. Gestärkt durch einen Tee laufen wir zwischen den
Bergschluchten in den Sonnenaufgang. Dann nach acht Stunden das Ziel
auf 4950 Metern (zum Vergleich der Mont Blanc liegt auf 4810m). Noch
schnell weitere hundert Meter auf 5050m. Ich habe starke
Kopfschmerzen, aber das Himalayapanorama lässt alles vergessen. Jetzt
bloß noch zurück.

Am achten Tag die Rückkehr. Ich bin völlig fertig. Ich habe jetzt
Waden wie ein Yak und rieche auch genauso. Im Nachhinein kann ich sagen,
dass diese Wanderung eines der prägsamsten und schönsten Erlebnisse der
Reise gewesen ist, jetzt will ich aber erstmal nur schlafen.

Fünfte Station
Guwahati, Assam (2 Tage)


Völlig geschaft brauchen wir jetzt erstmal zwei Tagen Regenerationszeit.
Dann geht es weiter mit dem Zug in die Haupstadt Assams. Das erste was auffällt ist, dass alles vergleichsweise
teuer ist und es immerzu verdammt stark regnet. Es ist gerade Assamesisches Neujahr, aber irgendwie wirken die Feierlichkeiten nicht so spannend, sodass wir uns entscheiden dem tieferen Osten den Rücken zu kehren und nach Varanasi zu fahren. Nach Varanasi, denke ich mir als ich wieder im Sleeper liege und ca. 20 Stunden Zugfahrt vor mir habe; in die heiligste Stadt des Hinduismus.


Bilder Teil 1