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TEDX KUNDAPUR UND HOCHZEIT
 

Es ist wieder etwas Zeit vergangen seit ich aus Nordindien zurück bin. Auch wenn es anfangs ungewohnt war wieder in Kundapur zu sein, hat es sich doch auf eine Art wie "zu Hause" angefühlt". Das Südindische Essen habe ich schon ein bisschen vermisst.

Nach unserer Rückkehr war das größte Event TEDx Kundapur. TED steht dabei für Technology, Entertainment, Design und begann ursprünglich als eine Fachkonferenz in Kalifornien. TEDx ist dabei ein Konzept, das allen Menschen ermöglichen soll, Lizenzen und Know-How für eigene, unabhängige TED-artige Veranstaltungen zu bekommen, so dass sie diese selbst organisieren und durchführen können. Hierbei geht es vorrangig darum Leute zu inspirieren; "Ideas worth spreading". Ein Team, von Freiwilligen aus Kundapur, hatte dabei in langer und mühseliger Arbeit kreative und innovative Leute aus der Region Karnatakas versammelt, Sponsoren gefunden und ein eigenes TEDx Event veranstaltet, welches, trotz begrenzter Möglichkeiten, wirklich gut war. Da ich persönlich die Idee von TED oder auch TEDx Events sehr gut finde, ist hier ein Link zu einem guten "TED Talk" vom letztjährigen TED India, das in Mysore, Karnataka stattfand.

Hans Rosling ist Professor für Internationale Gesundheit am Karolinska Institutet in Stockholm, Schweden. Er redet über die ökonomische Entwicklung Asiens. (ca. 15 Min.)

Video (niedrige Auflösung) Video (hohe Auflösung)


Ein weiteres Highlight war die Hochzeit einer Mitarbeiterin der NGO. Das ganze begann eigentlich wie ein großes indisches Drama in mehreren Akten wie es sehr oft hier stattfindet. Deepa, die Mitarbeiterin, ist die älteste von vier Töchtern der Familie und ist mit 22 Jahren im "besten Heiratsalter". Da es eine arrangierte Hochzeit ist, sie aber noch keine wirkliche Lust hatte zu heiraten und Kinder zu bekommen und alle vorgeschlagenen Männer ihr nicht zusagten, wuchs der Druck auf sie immer stärker, dass bald jemand gefunden wird, der alle Kriterien erfüllt (Kaste, Sternzeichen, Einkommen, etc...) und ihr halbwegs zusagt. Da eine Hochzeit auch nicht gerade eine günstige Angelegenheit für die Familie ist (Mitgift, Hochzeitkosten, Geschenke...) und ihre drei Schwestern auch noch verheiratet werden müssen und es nach dem Alter geht wer zuerst heiratet, lief die Zeit langsam davon. Nachdem die Familie endlich jemaden gefunden hatte, befand sich Deepa immer in einer Mischung aus gespielter indischer Glücklichkeit gepaart mit Angst und Unsicherheit. Sie wusste zum Beispiel nicht, ob sie nach der Hochzeit weiterarbeiten darf und ob die Schwiegermutter nicht vielleicht ein Drache ist, der ihr das Leben zur Hölle macht (95% aller Telenovelas im indischen Fernsehen handeln eigentlich auch nur davon)

Die Hochzeit an sich war dann eine interessante Veranstaltung, da ich so zum ersten Mal auch wirklich die Person, die heiratet, kannte und es diesmal nicht primär ums Essen ging. Auch wenn am Ende viele Tränen flossen und die Zeremonie sehr anstrengend war, hat sich die Geschichte doch ganz gut entwickelt. Der Mann und die Familie seien anscheinend wirklich nett (was nicht unbedingt immer der Fall ist) und sie wird gut behandeln. Sie darf auch ihre Arbeit in der NGO weiterführen.


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