Sie sind hier: Berichte Wie lebt man eigentlich in...  
 BERICHTE
Abschlussbericht
Independence Day und letzter Schultag
Mayapur und Jaipur
Geschichten aus der Schule
TEDx Kundapur und Hochzeit
Nordindien-Trip, Teil 3
Nordindien-Trip, Teil 2
Nordindien-Trip, Teil 1
Letzter Schultag vor den Ferien
Bombay
Neues Zimmer-Neues Fahrrad-Neue Art zu Feiern
Ravi lernt seine indische Familie kennen
Schulausflug
Ein typischer Tag (3 Monatsbericht)
Wie lebt man eigentlich in...
Südindien-Trip
Tent School und Faber-Castell Kinderfonds
Die erste Woche im Projekt
Orientation Week
Durch den Monsun
Anreise
1 Woche bis Abflug
Vorbereitung in Deutschland

WIE LEBT MAN EIGENTLICH IN...
 

Hier leben wir also, zwischen Reisfeldern und Palmen. Unser eher ländlicher Lebenstil hier ist, würde ich sagen, typisch für eine Familie, die von der Arbeiterklasse langsam in die Mittelschicht vordringt. So kann man auch ein bisschen den Übergang von der ehemaligen Hütte, die jetzt noch teilweise zum Kochen verwendet wird, zum Haus erkennen.




 

Gekocht wird hier in der Hütte vor allem noch Reis und auch Wasser wird hier erhitzt. Als Brennmaterial dienen neben Holz auch getrocknete Kokosschalen. In der Küche im Haus wird mit Gas gekocht und auch einigen Elektrischen Geräten sind vorhanden. Da Strom in Indien aber oft abgestellt ist, oder Reparaturmaßnahmen stattfinden, sollte man sich zum Beispiel nicht zu sehr auf einen Kühlschrank verlassen. Gegessen wird meistens am Tisch und hier in Südindien auch große Mengen an Reis. Zu besonderen Feierlichkeiten essen wir manchmal gemeinsam im Wohnzimmer von einem Bananenblatt. Gegessen wird natürlich mit der rechten Hand.




 

Wir sind hier an kein zentrales Wassersystem angeschlossen und daher besitzten viele Leute einen sehr tiefen Brunnen. Von dort wird das Wasser (wenn Strom ist) in Tanks auf dem Dach gepumpt. Gewaschen wird hier mit der Hand auf einem großen Waschstein und wer einmal das Vergnügen hatte jeden Fleck mit der Hand rauszubürsten, lernt die Waschmaschine um so mehr zu schätzen. Eine Badewanne haben wir nicht, aber dafür eine Dusche. Dass es nur kaltes Wasser gibt, stört bei den Außentemperaturen nicht groß und ist eher angenehm. Toiletten findet man hier in der "westlichen" Form als auch Hockklos, wobei statt Klopapier entweder ein harter Wasserstrahl oder die linke Hand dient.




 

In dem Zimmer schlafen Thomas und ich. Das Bett ist nicht gerade groß und bequem, aber man arrangiert sich. Die Wände sind durch den Monsun noch feucht, was auch an der Flachdach Konstruktion liegt, bei der das Wasser einfach nicht anders, als durch die Wand, ablaufen kann. Was vielleicht komisch erscheint, jetzt aber schon ganz normal für mich ist, bleibt die Tatsache, dass ein großer Teil der Familie im Wohnzimmer, also vor unserer Tür, auf dem Boden schläft. Auch wenn einiges jetzt vielleicht seltsam ausschaut, kann ich bestätigen, dass man sich nach guten drei Wochen an alle diese Umstände gewöhnt und die Lebensqualität nicht unbedingt leidet :)